Die gefährliche Fahrt bei Nacht

Am Tage sieht alles noch so schön aus. Wir fahren im Auto, hören Musik, können weit sehen, erkennen Fußgänger, ob hell oder dunkel gekleidet, sehr früh. Werden von keinem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet. Eine Reiseart, die uns sehr zügig, wenn gerade kein Stau ist, von A nach B bringen kann.

Aber jetzt bricht die Nacht über uns herein. Das Auge erreicht nur noch ein Zehntel der Sehleistung gegenüber dem Tageswert.

Fußgänger die sich in der Nacht auf befahrenen Straßen bewegen, haben ein dreimal so hohes Risiko in einen Unfall mit einem Kraftfahrzeug verwickelt zu werden, als am Tage. Insgesamt forderten nächtliche Unfälle rund 40 Prozent aller Verkehrstoten, trotz der weitaus geringeren Fahrzeugdichte in diesen Stunden.

Diese große Zahl hängt damit zusammen, dass der größte Teil der Fahrzeugführer weit über die Grenzen des menschlichen Sehvermögens fährt. In einem gewissen Grad stehen natürlich bei diesen nächtlichen Unfällen auch Übermüdung und Alkohol eine große Rolle.

Schon ab 0,3 Promille kann es zu einer Verminderung des Blickfeldes, einer Verminderung der Sehschärfe und einer starken Abnahme des Anpassungsvermögens an Hell-Dunkel-Kontraste kommen.

Die unzureichende Sehleistung wird auch von psychologischen und sozialen Anstößen forciert. Die in der Nacht fehlenden Informationen führen zu einer gewissen Monotonie, die insbesondere auf Autobahnfahrten zum Tragen kommen können. Die bekannte Atmosphäre im Fahrezeug verleitet zu einem unangemessenen Sicherheitsgefühl, und setzt dadurch die Wahrnehmungen für eventuelle Gefahren herab.

Die soziale Ursache ist darin zu finden, dass bei Nachtfahrten oft Freizeitaktivitäten vorauszusetzen sind. Der Lenker des Fahrzeugs ist in gesellschaftlicher Begleitung, die Stimmung ist hervorragend und oft spielt Alkohol noch eine Rolle.

Ohne auf den Punkt der Blendung durch den Gegenverkehr oder durch Ablenkung anderer Ereignisse einzugehen, sei gesagt, das alleine durch das unzureichende Sehvermögen eine große Gefahr ausgeht. Die Überschätzung des eigenen Sehvermögens beim Autofahren ist wie zum Anfang dieses Berichts schon erwähnt für Radfahrer und Fußgänger lebensgefährlich. Eine dunkel gekleidete Person ist erst in 26 Metern zu erkennen. Jeder kann sich ausrechnen wie viel Zeit ihm bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h verbleiben, um eventuell auszuweichen. Dabei muss nach dem Erkennen, der Faktor Reaktion, Schwellzeit der Bremse bzw. Ansprechzeit der Reifen auf die Lenkbewegung mit gerechnet werden. (100 km/h = 27,77 Meter pro Sekunde, ohne Reagieren, Ansprechzeiten etc.).

Die Moral von der Geschicht – 100 km/h gehen nicht!

Schreibe einen Kommentar