Worauf ist beim Kauf eines Jahreswagens zu achten!

Neuwagen sind teuer und verlieren schnell an Wert – viele Autokäufer setzen deshalb auf Jahreswagen. Nur: Lohnt sich das auch? Tatsächlich sind junge Gebrauchte nicht immer günstiger als Neuwagen. Dennoch bieten sie zahlreiche Vorteile. Worauf Sie beim Kauf achten müssen, lesen Sie hier.

Warum sich ein Jahreswagen für Sie lohnen kann

Einen Neuwagen muss man sich leisten können. Selbst für eher schlecht ausgestattete Modelle werden teils Preise aufgerufen, die auch als Anzahlung für eine kleine Eigentumswohnung durchgehen würden. Eine in die Jahre gekommene Rostlaube mit zehntausenden Kilometern auf dem Tacho will dagegen kaum jemand fahren – schließlich drohen plötzliche Pannen und teure Reparaturen.

Der Jahreswagen ist für viele dagegen die ideale Wahl. Es handelt sich in der Regel um aktuelle Modelle, oftmals hochwertig ausgestattet – und das Ganze zu einem guten Preis. Möglich macht dies der hohe Wertverlust innerhalb des ersten Jahres. Die Fahrzeuge büßen in dieser Zeit bis zu 40 Prozent des Wiederverkaufswertes ein. Oft handelt es sich um Leasing-Rückläufer, Dienstfahrzeuge, Vorführwagen oder Tageszulassungen. In vielen Fällen waren es auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Autohauses, die diese Fahrzeuge eine Zeitlang genutzt haben. Über den Vorbesitzer geben Verkäufer durchaus Auskunft – zögern Sie nicht, danach zu fragen. Manch ein Händler hat den Verkauf von Jahreswagen gar als Kerngeschäft für sich entdeckt. Es gibt Autoverkäufer, die ihre Fahrzeuge nur zulassen, um sie ein Jahr später als jungen Gebrauchten zu verkaufen.

Die Erstzulassung darf nicht älter als zwölf Monate sein

Jahreswagen zählen rein rechtlich zu den Gebrauchtwagen – mit dem Unterschied, dass sie deutlich jünger sind als die meisten anderen Modelle auf dem Markt. Generell gilt: Die Erstzulassung des Fahrzeugs darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Außerdem darf nicht mehr als ein Jahr zwischen der Produktion des Wagens und der Erstzulassung vergangen sein. Unterm Strich heißt das: Jahreswagen dürfen seit maximal zwölf Monaten für den Straßenverkehr zugelassen sein und insgesamt höchstens 24 Monate alt sein.

Was für einen Jahreswagen spricht – und was dagegen

Das PRO & CONTRA beim Jahreswagen

Junge Gebrauchtfahrzeuge bieten Autokäufern einen guten Kompromiss zwischen hochpreisigen Neuwagen und in die Jahre gekommenen Gebrauchten. Es gibt eine ganze Reihe an Argumenten, die für den Kauf eines Jahreswagens sprechen – und einige dagegen. Ein Überblick:

Vorteile:

  • Jahreswagen sind günstiger als vergleichbare Neuwagen.
  • Sie verfügen meist über moderne Ausstattung.
  • Die Fahrzeuge haben in der Regel wenig Gebrauchsspuren.
  • Der Kilometerstand von Jahreswagen ist niedrig.
  • Größere Reparaturen stehen in der Regel nicht an.

Nachteile:

  • Die vorhandene Ausstattung hängt vom bestehenden Angebot ab.
  • Die Anzahl der Vorbesitzer ist unterschiedlich.
  • Der Erlös beim Wiederverkauf ist entsprechend geringer.
  • Es können versteckte Kosten anfallen.

Moderne Ausstattung, niedriger Preis: Warum Jahreswagen so beliebt sind

Beim Jahreswagen Geld sparen!

Jahreswagen erfreuen sich großer Beliebtheit. Aus gutem Grund: Wer einen jungen Gebrauchten erwirbt, bekommt ein aktuelles Fahrzeugmodell mit moderner Ausstattung. Im Vergleich zum Neuwagen fällt der Preis weitaus niedriger aus, was vor allem am hohen Wertverlust in den ersten zwölf Monaten nach der Zulassung liegt. Auch in Sachen Qualität stehen Jahreswagen den Neufahrzeugen meist in nichts nach: Die Laufleistungen sind verhältnismäßig niedrig und gravierende Mängel, wie man sie von älteren Fahrzeugen kennt, gibt es kaum. Auch größere Reparaturen stehen in der Regel noch nicht an. Und selbst wenn etwas sein sollte: Die Herstellergarantie läuft noch einige Zeit – also kein Grund, sich allzu große Sorgen zu machen.

Diese Aspekte müssen Sie beim Kauf eines Jahreswagens im Blick haben

Im Blick haben

Der größte Unterschied zwischen einem Jahreswagen und einem Neufahrzeug besteht in der verfügbaren Ausstattung. Der Jahreswagen bietet zwar mehr fürs Geld – aber ist es auch das, was Sie suchen? Während Sie beim Neuwagen hinsichtlich Farbe, Sonderausstattung und Assistenzsystemen die freie Auswahl haben und das Fahrzeug nach Ihren Vorstellungen konfigurieren können, müssen Sie beim Gebrauchten aus einem bestehenden Angebot wählen. Ganz gleich, ob Ihnen eine Sitzheizung, ein Spurhalteassistent oder eine Anhängerkupplung wichtig sind – es ist gut möglich, dass Sie am Ende auf einige dieser Extras verzichten müssen, während wiederum Funktionen verbaut sind, die Sie gar nicht nutzen wollen. Wer also auf ein bestimmtes Ausstattungsmerkmal nicht verzichten will oder kann, muss länger suchen oder sich am Ende doch für den teureren Neuwagen entscheiden.

Auch die Ersparnis im Vergleich zum Neufahrzeug ist nicht immer so üppig wie vermutet. Zum einen winken Käufern eines Neuwagens teils massive Rabatte, welche die Preisdifferenz erheblich verringern können. Zum anderen hängt es stark von der Automarke und dem jeweiligen Modell ab, wie stark der Wertverlust im ersten Jahr nach der Zulassung wirklich ist.

Ein weiterer Aspekt betrifft alle, die ihren jungen Gebrauchten finanzieren wollen. Denn oftmals haben die Kredite, welche die Banken für ein Gebrauchtfahrzeug gewähren, deutlich schlechtere Konditionen als solche für Neufahrzeuge. Zu beachten gilt außerdem, dass die gewährte Herstellergarantie bei Jahreswagen bereits um ein Jahr vermindert ist. Wer das Auto in absehbarer Zeit weiterverkaufen will, muss zudem zusätzlichen Wertverlust mit einkalkulieren. Denn Sie sind mindestens der zweite Besitzer des Fahrzeugs – das gilt auch dann, wenn das Fahrzeug vor Ihnen lediglich eine Tageszulassung hatte. Autos aus erster Hand lassen sich in der Regel zu deutlich besseren Konditionen verkaufen.

Und dann wäre da noch die Sache mit den versteckten Kosten. Während junge Gebrauchte zwar nur wenige Kilometer auf dem Tacho haben, ist dennoch unklar, wie die Vorbesitzer mit dem Fahrzeug umgegangen sind (Stichwort: Mietwagen) und welche unentdeckten Probleme sich möglicherweise unter der Motorhaube verbergen. Eventuell droht der ein oder andere Werkstattbesuch – im schlimmsten Fall genau dann, wenn die Garantie gerade abgelaufen ist.

Tipps für den Kauf von Jahreswagen

Wenn Sie sich für einen Jahreswagen entscheiden wollen, sollten Sie beim Kauf einige Dinge berücksichtigen. An dieser Stelle zeigen wir Ihnen, worauf Sie im Detail achten müssen:

  • Nehmen Sie den Wagen genau in Augenschein. Kleinere Gebrauchsspuren sind kaum zu vermeiden, Kratzer und Dellen sollten Sie dagegen offen ansprechen. Oftmals signalisieren die Verkäufer in solchen Fällen Entgegenkommen und beheben die Mängel oder kommen Ihnen mit dem Preis entgegen.
  • Vereinbaren Sie eine Probefahrt. Wenn Sie selbst am Steuer sitzen, können Sie sich ein besseres Bild vom Zustand des Wagens machen – verhält sich das Auto spurtreu, läuft der Motor rund und wie verhält es sich mit der Bremskraft? Außerdem stellen Sie auf diese Weise fest, ob Ihnen das Handling des Autos grundsätzlich zusagt.
  • Lassen Sie den Verkäufer mithilfe des Wartungsheftes alle vorgeschriebenen Inspektionen nachweisen. Diese sind relevant, um mögliche Garantiefälle gegenüber dem Hersteller geltend zu machen und am Ende nicht auf möglichen Reparaturkosten sitzen zu bleiben. Wenn die nächste Inspektion ansteht, sollten Sie dies in der Preisverhandlung ansprechen.
  • Fragen Sie unbedingt nach, wie oft das Fahrzeug zuvor zugelassen war. Unproblematisch sind Tageszulassungen und Leasingrückläufer sowie Autos, die lediglich einen Vorbesitzer hatten. Hellhörig sollten Sie werden, wenn es sich um einen einstigen Mietwagen handelt. Hier haben womöglich in kurzer Zeit viele Fahrer am Steuer gesessen und wahrscheinlich sind sie nicht sonderlich pfleglich mit dem Fahrzeug umgegangen.
  • Sofern wichtige Extras fehlen, sprechen Sie den Händler darauf an. Teils kann es Sinn machen, einzelne Komponenten gegen Aufpreis nachzurüsten – etwa die fehlende Anhängerkupplung oder das Navigationssystem. Manche Extras sind nachträglich allerdings viel zu teuer.

Vergleichen Sie den Jahreswagen in jedem Fall auch mit einem gleichwertigen Neufahrzeug. Je nach Hersteller ist es möglich, dass die preisliche Differenz kleiner ist als angenommen. Fehlen dem Gebrauchten dann noch wichtige Ausstattungsmerkmale, kann der Kauf eines Neuwagens die bessere Option sein.

Jahreswagen sind eine gute Wahl

Sie punkten mit moderner Ausstattung und günstigen Preisen:
Jahreswagen sind ein guter Kompromiss zwischen teuren Neuwagen und in die Jahre gekommenen Gebrauchten. Wenn Sie sich Ihr Wunschfahrzeug genau ansehen, einen Blick auf die Zahl der Vorbesitzer werfen und überdies die Ausstattungsdetails vorfinden, die Sie sich vorgestellt haben, ist ein Jahreswagen eine gute Wahl. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt!

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