Auto verkaufen – worauf Privatpersonen beim Fahrzeugverkauf achten sollten

Der Automarkt hat sich in den letzten Jahren stark bewegt. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass die Preise auch für Gebrauchtfahrzeuge stark gestiegen sind. Zugleich zeigt sich, dass die Besitzumschreibungen zurückgehen. So vermeldete die Deutsche Automobil Treuhand für den Januar 2026 einen Rückgang um etwa 10 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres. Umso wichtiger ist es, dass Privatpersonen bei einem Fahrzeugverkauf nicht blind agieren, sondern strategisch vorgehen und dabei zahlreiche Aspekte beachten, um typische Fehler zu vermeiden – insbesondere mit Blick auf den Preis, den Vertrag sowie die finale Zahlung.

Realistische Preiseinschätzung statt Wunschdenken

Oftmals scheitern Privatpersonen bereits an ihren falschen Erwartungen. Im Zuge der Preissteigerungen liegen die durchschnittlichen Angebotspreise laut Verkaufsportalen derzeit bei knapp unter 28.000 Euro und somit satte 35 Prozent über dem Wert von 2019. In der Praxis bedeutet dies jedoch nicht, dass jedes Fahrzeug automatisch teuer ist und ein entsprechender Preis anhand von Vergleichsdaten aufgerufen werden sollte. Vielmehr beeinflussen Punkte wie Zustand, Laufleistung, Wartungshistorie, die Anzahl der Vorbesitzer und vor allem der Antrieb den Preis. Während die Preise für gebrauchte batterieelektrische Fahrzeuge aufgrund des größer werdenden Marktes zuletzt zurückgingen, blieben die Preise für Benziner und Diesel stabil.

Wer ein Auto verkaufen und einen realistischen Preis erzielen möchte, sollte sich daher die Mühe machen und mehrere vergleichbare Inserate als Orientierung nutzen. Dabei kommt es zudem auf eine nachweisbare Pflege und Aufbereitung an. Ein lückenloses Scheckheft, eine frische HU sowie nachvollziehbare Reparaturen können den möglichen Verkaufspreis optimieren.

Auch gilt es zu überlegen, ob der Verkauf über ein privates Inserat oder einen Ankauf beim Händler erfolgen sollte. Während der Verkauf beim Händler in der Regel mit weniger Aufwand verbunden ist, kann der private Verkauf dazu führen, dass zahlreiche Angebote eingehen und der beste Preis gewählt werden kann. Doch auch bei guten Angeboten ist es ratsam, die Konditionen genau zu prüfen und nichts zu überstürzen.

Kaufvertrag, Haftung und saubere Übergabe

Unabdingbar ist zudem die Festhaltung des Verkaufs via Kaufvertrag. Wer sich nicht traut, diesen selbst anzufertigen, kann beispielsweise Musterverträge des ADAC nutzen, um abgesichert zu sein. Privatverkäufer sollten dabei beachten, dass die Sachmängelhaftung per Vertrag ausgeschlossen werden kann. Zugleich gilt es zu wissen, dass diese nicht greift, wenn Mängel bewusst verschwiegen oder falsche Angaben gemacht werden.

Falsche Formulierungen oder unsachgemäße Verträge sind allerdings nicht der größte Risikofaktor beim privaten Verkauf. Vielmehr gibt es heutzutage zahlreiche Betrugsmaschen. Aus diesem Grund sollte das Fahrzeug ausnahmslos erst nach dem Erhalt des Geldes übergeben werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Angebote zu gut anhören und beispielsweise deutlich über dem Marktwert liegen. Im Zweifel ist der Verkauf an seriöse Händler noch immer der beste Weg.